Berichte

Ansprache Ulrich Häßner, Präsident der WJJF


Liebe Verbandsmitglieder, Werte Dojo-Leiter und Vereinsvorstände,

Im Rahmen der MV am 24.10.2020 trat mein Freund und Präsident Richard Schmidt aus persönlichen Gründen nicht mehr zur Wahl an. Ich bedauere seinen lange überlegten Schritt, aber ich kann ihn auch nachvollziehen. Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurden drei Kandidaten für den Nachfolger im Amt vorgeschlagen. Nach dem zwei Sportfreunde dankend abgelehnt hatten, blieb ich übrig.

Das die anschließende Wahl einstimmig erfolgte, kam für mich doch etwas überraschend. Ich möchte mich bei allen Delegierten für das entgegengebrachten Vertrauen oder besser den Vertrauensvorschuss bedanken.

Ich hatte nie den Plan dieses Amt zu übernehmen, da ich mich in der Funktion als Vizepräsident Sport richtig wohl fühlte.
Aber, nun bin ich gewählt und trage die Verantwortung.

Wir hatten in den letzten zwei Jahren eine nicht einfache Zeit. Der Verband strukturierte sich neu und das gesamte Funktionsteam wurde „erneuert“. Natürlich finden solche Veränderungen nicht bei jedem Anklang. Wenn man sich an Beständigkeit gewöhnt hat und denkt das funktioniert so, dann ist es schwer neue Wege zu gehen. Das Verlassen der Wohlfühlzone ist nie leicht. Aber wer nicht nach vor schaut, wer nicht aktiv an der Zukunft arbeitet, wird in der Vergangenheit festsitzen. Jedes Mitglied der WJJF muss sich hinterfragen: Was möchte ich von dem Verband und was kann ich dem Verband im Rahmen meiner Möglichkeiten geben?

Wir, und ich spreche ganz deutlich „Wir“ als WJJF-Deutschland, waren und sind ein Verband, der sich durch die Tugenden:
Kollegialität, Transparenz, Freundschaft, Loyalität und Fachkompetenz auszeichnet.

Ich sehe mein Amt nicht als Alleinunterhalter.
Ich werde ein kompetentes Team zusammenstellen, welches in großen Teilen schon existiert.

Ich bitte jeden, der sich als kompetent fühlt und ein Ehrenamt mit voller Hingabe, ohne Eigennutz ausüben möchte, sich zu melden und mitzuarbeiten. In der heutigen Zeit kann man nicht mehr alles allein machen. Das Aufgabenspektrum im Ehrenamt ist viel größer geworden und die Gesetzgebungen verlangen vom Funktionsträger immer mehr, eine breitgefächerte Fachkompetenz.

Für mich heißt Ehrenamt…:“Nicht die Mitglieder können sich geehrt fühlen, dass ich das Amt ausübe, sondern ich fühle mich geehrt, dass die Mitglieder mir das Vertrauen geben, das ich der Richtige in dem Amt bin“.

Mit der neuen Satzung haben wir für die nächsten Jahre eine solide Arbeitsgrundlage geschaffen. Die vorhandenen Ordnungen sind unsere Hilfsmittel, um den Verband am Laufen zu halten. Diese werden sich, je nach Entwicklung immer wieder anpassen müssen.

Wir sollten uns in aller erster Linie auf unsere Tugenden besinnen und solide Arbeit abliefern.

Ich werde mir jede neue Idee anhören, bewerten und im Team der Referenten beraten. Es wird keine Schnellschüsse geben, denn die haben uns in letzter Zeit das Verbandsleben nicht erleichtert.

Natürlich ist es jetzt eine schwere Zeit. Viele Dojo hatten fast keine Trainingsmöglichkeiten in diesem Jahr. Wie es weiter geht, kann keiner sagen. Aber wir Budokas geben nicht auf. Haltet Kontakt zu euren Mitgliedern und seid Kreativ, um diese Zeit zu überstehen.

Ich wünsche euch allen, dass ihr und eure Familien gesund bleibt.

Euer Präsident

Ulrich Häßner

Shihan Nintai-Sho
6.Dan

02.11.2020

Als PDF: Ansprache_WJJF_02.11.2020

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